Planermodell, GU oder TU? So finden Sie die richtige Bauorganisationsform
- 28. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Stunden

Vier Modelle sind in der Schweiz gebräuchlich: das Planermodell, das Generalplaner-Modell, der Generalunternehmer (GU) und der Totalunternehmer (TU). Ein Überblick.
Das Planermodell (Einzelplanervergabe)
Beim Planermodell schliesst die Bauherrschaft mit jedem Fachplaner – Architekt, Bauingenieur, Elektro-, HLK- und weiteren Planern – einen eigenen, direkten Vertrag ab. Der Architekt übernimmt üblicherweise die Gesamtleitung und koordiniert die übrigen Planer, rechtlich bleibt aber jeder Vertrag eine eigenständige Beziehung zur Bauherrschaft. So arbeiten wir bei Vesely Architekten in den meisten Projekten: Wir sind Ihr Planer und Gesamtleiter, holen die nötigen Fachplaner an Bord, aber jeder steht in direkter vertraglicher Verantwortung Ihnen gegenüber.
Der Vorteil: maximale Mitsprache und Transparenz – Sie können jederzeit direkt mit jedem Beteiligten sprechen und Anpassungen vornehmen. Der Aufwand für Koordination liegt dafür sichtbar bei der Bauleitung, weshalb dieses Modell von einer erfahrenen Gesamtleitung getragen werden sollte.
Das Generalplaner-Modell
Eine Variante des Planermodells: Ein Generalplaner – meist das Architekturbüro – übernimmt die gesamte Planung inklusive Vorprojekt, Bau- und Ausführungsplanung und zieht die übrigen Fachplaner als eigene Subplaner bei. Die Bauherrschaft schliesst nur noch einen Planungsvertrag ab, behält für die Ausführung aber weiterhin separate Werkverträge mit den Bauunternehmen. Kurz gesagt: Der Generalplaner plant, gebaut wird trotzdem in Einzelvergabe.
Der Generalunternehmer (GU)
Beim GU-Modell bleibt die Planung meist getrennt – die Bauherrschaft beauftragt weiterhin einen Architekten mit dem Bauprojekt. Für die Ausführung schliesst sie dann aber nur noch einen einzigen Vertrag ab: mit dem Generalunternehmer, der sämtliche Bauarbeiten unter einem Dach bündelt und die Handwerksfirmen selbst subkontrahiert. Der GU haftet vertraglich für Termine, Kosten und Qualität – meist zum Fixpreis auf Basis eines detaillierten Baubeschriebs.
Das schafft Kostensicherheit, kostet aber: Der GU kalkuliert einen Koordinationsaufschlag auf die Gewerke, der schnell in den zweistelligen Prozentbereich gehen kann. Änderungen während der Bauzeit sind zudem oft teuer, da der Baubeschrieb bereits fixiert ist.
Der Totalunternehmer (TU)
Der TU geht noch einen Schritt weiter: Er übernimmt Planung UND Ausführung aus einer Hand, mit einem einzigen Vertrag von der ersten Skizze bis zum Schlüssel. Für die Bauherrschaft bedeutet das die grösstmögliche Vereinfachung – ein Ansprechpartner, eine Verantwortung. Im Gegenzug braucht es zu Beginn ein sehr präzises Anforderungs- und Raumprogramm, denn spätere Änderungen sind im TU-Modell besonders aufwändig und teuer, weil sie sowohl Planung als auch bereits kalkulierte Ausführung betreffen.
Welches Modell passt zu Ihnen?
Planermodell: maximale Kontrolle und individuelle Gestaltung, erfordert Vertrauen in eine erfahrene Gesamtleitung.
Generalplaner: ein Ansprechpartner für die Planung, Ausführung bleibt in Einzelvergabe.
GU: Kosten- und Terminsicherheit während der Ausführung, weniger Flexibilität, spürbarer Koordinationsaufschlag.
TU: maximale Einfachheit für die Bauherrschaft, aber wenig Spielraum für spätere Anpassungen.
Unsicher, welches Modell zu Ihrem Projekt passt? Wir beraten Sie unverbindlich, welche Organisationsform für Ihr Bauvorhaben sinnvoll ist – und begleiten Sie bei uns meist im Planermodell von der ersten Skizze bis zur Bauleitung. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Gespräch.
Quellen