top of page

Hausbau als Geldanlage: Wertsteigerung und der Leverage-Effekt erklärt

  • 24. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 50 Minuten


Ein Haus ist für die meisten Bauherren zuerst ein Zuhause – doch es ist gleichzeitig eine der grössten Vermögensanlagen im Leben. Zwei Faktoren bestimmen massgeblich, ob sich diese Investition lohnt: die Wertentwicklung der Liegenschaft und die Art, wie sie finanziert wird. Ein Blick auf beide Aspekte, gestützt auf aktuelle Marktdaten.


Wertsteigerung: Was die Marktdaten 2026 zeigen

Der Schweizer Immobilienmarkt zeigt sich weiterhin robust: Laut UBS sind die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum im zweiten Quartal 2026 um rund 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, für das Gesamtjahr wird ein nominales Wachstum von 3,5 bis 4,0 Prozent erwartet. Die Nachfrage nach Wohneigentum bleibt hoch, während das Angebot vielerorts knapp ist – die Preise wachsen dadurch stärker als Einkommen und Mieten. Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index liegt aktuell bei 0,72 Punkten und damit im moderaten Risikobereich; eine breite Preiskorrektur gilt laut UBS kurzfristig als unwahrscheinlich. Regional gibt es allerdings deutliche Unterschiede: Während Regionen wie das Oberwallis, das Berner Oberland, Chur, Luzern oder Schaffhausen überdurchschnittliches Potenzial zeigen, fällt die Entwicklung am Genfersee, im Jura und im Nordwesten der Schweiz eher unterdurchschnittlich aus.


Der Blick über Generationen: Wertsteigerung im Kanton Zürich langfristig betrachtet

Wie stark sich Immobilienwerte über sehr lange Zeiträume entwickeln können, zeigt ein Blick auf die Stadt Zürich: Bereits 1936 lag der durchschnittliche Landpreis bei rund 53 Franken pro Quadratmeter, an bester Lage an der Bahnhofstrasse bei über 3000 Franken. Bis 2021 stieg der durchschnittliche Landpreis in der Stadt auf rund 5800 Franken pro Quadratmeter – ein Vielfaches des Ausgangswerts von vor rund 90 Jahren, wobei ein direkter Vergleich wegen Inflation, veränderter Bauqualität und Erschliessung nur eine grobe Annäherung erlaubt. Auch über kürzere, besser dokumentierte Zeiträume bestätigt sich das gleiche Muster: Zwischen 2010 und 2021 verdoppelte sich der durchschnittliche Preis pro Quadratmeter in der Stadt Zürich (von 4300 auf 8700 Franken inklusive Gebäudewert), und im Kanton Zürich stiegen die Preise für Einfamilienhäuser allein in den letzten zehn Jahren um rund 45 Prozent auf im Mittel 1,6 Millionen Franken. Über 25 Jahre betrachtet (2000–2026) legten Einfamilienhäuser im Raum Zürich gemäss Modellrechnungen um rund 118 Prozent zu, Eigentumswohnungen um rund 122 Prozent.

Diese Zahlen unterstreichen, dass Immobilien vor allem als langfristiges Investment ihre Stärke ausspielen. Kurzfristig können Zinsschwankungen, Konjunkturzyklen oder regionale Übertreibungen die Preise dämpfen oder korrigieren – über Jahrzehnte betrachtet gleichen sich solche Schwankungen tendenziell aus, während strukturelle Faktoren wie knappes Bauland, beschränkte Einzonungen und anhaltendes Bevölkerungswachstum die Preise tragen. Wer ein Haus baut oder kauft, sollte diesen Zeithorizont mitdenken: Der grösste Vermögenseffekt entsteht typischerweise nicht durch kurzfristiges Timing, sondern durch das Halten der Liegenschaft über viele Jahre oder Generationen.


Der Leverage-Effekt: Wie Fremdkapital die Eigenkapitalrendite hebelt

Neben der reinen Wertsteigerung spielt bei einer Immobilie als Anlage ein zweiter Mechanismus eine zentrale Rolle: der Leverage-Effekt. Er beschreibt, wie sich die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital durch die Finanzierung mit einer Hypothek vervielfacht – denn Sie profitieren vom vollen Ertrag der Liegenschaft, obwohl Sie nur einen Teil des Kaufpreises selbst aufbringen.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel von UBS macht das Prinzip greifbar: Bei einem Renditeobjekt für 5 Millionen Franken mit 35 Prozent Eigenkapital (1,75 Mio. Franken) und einem Hypothekarzins von 2 Prozent liegt die Rendite auf das gesamte eingesetzte Kapital bei 2,21 Prozent – die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital jedoch bei 6,32 Prozent. Der Leverage-Effekt verdreifacht die Eigenkapitalrendite in diesem Beispiel also nahezu. Der Grund: Solange die Erträge der Liegenschaft höher ausfallen als die Finanzierungskosten, wirkt jeder Franken Fremdkapital renditesteigernd auf das eigene Kapital.

Chance und Risiko liegen nah beieinander

Der Leverage-Effekt wirkt in beide Richtungen. Steigen die Hypothekarzinsen – etwa von 2 auf 3 Prozent – erhöhen sich die jährlichen Finanzierungskosten deutlich und schmälern die Nettorendite entsprechend. Noch wichtiger: Bei einem hohen Fremdkapitalanteil wirkt sich auch ein Wertrückgang der Liegenschaft überproportional auf das Eigenkapital aus. Bei 75 Prozent Fremdfinanzierung etwa vernichtet bereits ein Wertverlust von 10 Prozent rund 40 Prozent des eingesetzten Eigenkapitals; eine Korrektur von 25 Prozent würde das gesamte Eigenkapital aufzehren. Eine solide, gut durchdachte Finanzierungsstruktur mit ausreichend Eigenkapitalpuffer und eine realistische Einschätzung der Tragbarkeit auch bei steigenden Zinsen sind deshalb entscheidend, bevor man auf einen hohen Fremdkapitalanteil setzt.


Architektur und Planung als eigener Werttreiber

Neben Markttrends und Finanzierung gibt es einen Faktor, den Bauherren selbst aktiv beeinflussen können: die Qualität von Architektur und Planung. Ein durchdachter Grundriss, eine zeitlose Materialwahl, gute Belichtung und eine energetisch überzeugende Bauweise wirken sich messbar auf den langfristigen Wiederverkaufswert und die Vermietbarkeit einer Liegenschaft aus – unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung. Wer von Anfang an mit Blick auf Langlebigkeit, Flexibilität und Substanzqualität plant, schafft einen Wert, der über reine Marktzyklen hinaus Bestand hat.


Fazit

Hausbau kann eine attraktive Vermögensanlage sein – die Kombination aus struktureller, über Generationen belegbarer Wertsteigerung und dem Leverage-Effekt der Hypothekarfinanzierung erklärt, weshalb viele Bauherren mit dem eigenen Zuhause auch Vermögen aufbauen. Entscheidend ist dabei der lange Anlagehorizont: Wer eine Liegenschaft über Jahrzehnte hält, statt auf kurzfristige Marktbewegungen zu setzen, profitiert am stärksten von dieser Entwicklung. Wie viel Fremdkapital dabei sinnvoll ist, hängt jedoch stark von der individuellen finanziellen Situation, der Risikofähigkeit und der Zinsentwicklung ab. Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche Finanz- oder Steuerberatung – für die konkrete Finanzierungsstruktur empfiehlt sich der Beizug einer Fachperson.

Planen Sie ein Bauprojekt und möchten von Anfang an auf Substanz und Wertbeständigkeit setzen? Vesely Architekten GmbH begleitet Sie von der Planung bis zur Ausführung – abgestimmt auf Budget, Nutzung und langfristigen Wert.



Quellen:




 
 
bottom of page